Gestaltung einer Musiker-Homepage

...Schritt-für-Schritt zum eigenen erfolgreichen Internetauftritt!

Auch wenn Musiker als Künstler viele Freiräume bei der Gestaltung ihrer Homepage haben, gibt es für bestimmte Gruppen von Musikern etablierte Regeln, an die sie sich halten sollten. Eine klassisch ausgebildete Musikerin, die auch Privatunterricht gibt, muss bei ihrem Internet-Auftritt mehr beachten, als ein Produzent elektronischer Musik oder ein Death Metal Schlagzeuger. Außerdem verschwimmen bei einem Webauftritt für Musiker schnell die Grenzen zwischen einem einzelnen Musiker und einer kompletten Band.

Der folgende Ratgeber geht auf alle diese Facetten ein und liefert wichtige Tipps, wie eine Musiker-Homepage hinsichtlich Layout, Farben, Text und multimedialer Inhalte gestaltet werden sollte.


Farbwahl für eine Musiker-Homepage

Generell muss man hier zunächst unterscheiden, ob es sich bei dem oder den Musikern um reine Künstler handelt, oder ob zusätzlich oder ausschließlich geschäftliche Dienstleistungen in Zusammenhang mit Musik angeboten werden.

Außerdem sollte das vor der Veröffentlichung der Website verfügbare Bild- und Video-Material, das für die Homepage in Frage kommt, vorab gesichtet werden. Unter Umständen ergibt sich aus diesem Material bereits eine Dominanz gewisser Farben und Farbkombinationen, die auch in der Farbwahl der Homepage wieder aufgegriffen werden kann.

Dienstleister

Hierbei handelt es sich um einen oder mehrere Musiker, die beispielsweise auch Privatunterricht geben, für Feiern als Kapelle oder Alleinunterhalter gebucht werden können oder als professionelle Instrumentalisten gegen Bezahlung in Bands oder Orchestern spielen. Bei diesen Homepages steht der professionelle Charakter im Vordergrund, weniger der künstlerische. In der Farbauswahl sollte deshalb neben dem Anspruch an Kreativität eine gewisse Seriosität und Verlässlichkeit mitschwingen.

Für Instrumentalisten und Sänger aus dem Bereich Klassik bieten sich eher Brauntöne oder dunkle Gelb- oder Orangetöne als Hintergrundfarbe an, da diese mit den meisten Instrumenten eines Orchesters assoziiert werden. Aber auch für Blechbläser sind Brauntöne gut geeignet.

Für Instrumentalisten aus den Bereichen Pop und Rock empfehlen sich mitunter dunkle Blautöne, dezentes Anthrazit oder auch ein schlichtes, gebrochenes Weiß.

Alleinunterhalter, Kapellen und Coverbands sollten die Farbwahl je nach potentiellem Auftraggeber ausrichten. Zu großen Teilen sind diese Musiker allerdings in eher ländlichen Regionen tätig, weswegen dunkle, aber nicht zu dunkle Grün- und Brauntöne mit zusätzlichen gelben Elementen zur Auflockerung generell eine gute Wahl sind. Auch die Farben des Landeswappens oder der Stadt zu verwenden macht Sinn.

Künstler

Musiker, die keine Dienstleistungen in dem oben genannten Sinne anbieten, sondern mit eigenen Songs auftreten, sollten sich an der Stilrichtung ihrer Musik orientieren. Für die meisten Musiker-Homepage gilt aber, dass sie eher in dunklen Farbtönen gehalten werden sollten. Konzerte finden, bis auf Ausnahmen, meist abends und in dunklen Räumen statt. Die meisten Bilder und Videos dürften von solchen Konzerten stammen, bei denen die Licht- und Bühnenshow die Atmosphäre bestimmen.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Musiker aus den Bereichen Indie Pop oder Singer und Songwriter wählen oft helle Farbtöne und Bilder mit bunten Farben von befreundeten Grafikern und Künstlern. Und auch in der Schlager-Branche setzt man häufig auf helle und freundliche Farben.



Das Layout

Als Navigationsmenü sollte in der Regel eine horizontale Navigation gewählt werden. Eine Ausnahme bilden hier Musiker mit dem Fokus auf Dienstleistungen, die ein vertikales Navigationsmenü nutzen können. Sie können die sich ergebende Seitenleiste unterhalb des Navigationsmenüs für das zentrale Platzieren wichtiger Informationen wie der Kontaktdaten verwenden.

Die Homepage an sich kann einspaltig ausgeführt sein, solange die Lesbarkeit nicht beeinträchtigt wird. Sollte bei einem Seitenverhältnis von 16:9, wie es bei modernen Monitoren verwendet wird, allerdings die gesamte Bildschirmbreite genutzt werden, so ist zwei- oder sogar dreispaltiges Layout besser geeignet. Dies gilt besonders unter Berücksichtigung der Darstellung der Homepage auf kleinen Displays, wie zum Beispiel auf Smartphones. Hier werden dann die entsprechenden Spalten untereinander stehend aufgeführt.


Tipps zu Texten

Auch wenn Musiker durch ihre Musik und nicht durch die Texte auf ihrer Homepage überzeugen müssen, so kommen sie doch nicht darum herum, solche Texte zu verfassen. Schließlich spielen die Texte auch eine wichtige Rolle dabei, was bei Google und Co. über die Homepage gefunden werden kann. Und Suchmaschinen können Videos, Fotos und Audio-Dateien nur anhand deren Beschreibung auswerten.

Dienstleister

Besonders für Musiker, die hauptsächlich Dienstleistungen anbieten, ist ein möglichst aussagekräftiger, umfangreicher Textanteil auf der Homepage wichtig. Ein seriöser Schreibstil ist ebenso unerlässlich wie die förmliche Ansprache des Kunden mit „Sie“.

Je professioneller der Internet-Auftritt wirken soll, desto schnörkelloser sollte die Schriftart gewählt werden. Serifenlose Schrifttypen wie Arial kommen hierfür in Frage. Dienstleister aus ländlicheren Gegenden oder Hochzeitskapellen können hingegen auf Schrifttypen mit Serifen wie Times New Roman zurückgreifen, und bei Überschriften und Zwischenüberschriften auch Schriftarten wählen, die an verschnörkelte Handschriften und Kalligraphie erinnern.

Künstler

Hier steht die persönliche Beziehung zu den Fans im Vordergrund. Fans können direkt mit „ihr“ angesprochen werden, und der Musiker kann mit der ersten Person Singular oder Plural, also „ich“ und „wir“, auch auf seiner Homepage ins Rampenlicht treten. Bei der Wahl des Schreibstils spielen die Persönlichkeit des Musikers, seine Musik und seine Song-Texte eine wesentliche Rolle. Während sich der eine Musiker auf seiner Homepage eher locker und lustig gibt, so ist für andere eine nachdenkliche und ernsthaftere Note besser geeignet. Das einzig Wichtige ist hierbei, dass das Gesamtbild authentisch ist.


Der Einsatz von Bildern, Videos und Audio

Eine Musiker-Homepage ist natürlich eine besonders „multimediale“ Homepage. Die eigene Website bietet für alle Musiker eine ausgezeichnete Möglichkeit, Musikstücke in Form von Videos oder Audio-Dateien online zu stellen – und den Besuchern der Website damit umfassende Beispiele für ihr Schaffen zu bieten.

Fotos sollten natürlich authentisch sein und nicht aus Bilddatenbanken stammen. Während für die Startseite, besonders bei künstlerischen Musikern, gern ein großformatiges Bild, das sich über die volle Breite erstreckt, eingesetzt werden kann, sollten die darauf folgenden Bilder nicht zu groß gewählt werden. Sie können vielmehr dezent in den Text eingebettet werden.

Videos und Audio-Dateien sollten nach Möglichkeit bei externen Portalen wie YouTube für Videos und Soundcloud für Audio-Dateien ausgelagert und lediglich in die Homepage eingebettet werden. Das spart Speicherplatz und eröffnet einen zusätzlichen Kanal, der die Bekanntheit steigern kann. Zu beachten sind allerdings auch die urheberrechtlichen Konsequenzen, wenn man Musik und Videos auf Portale wie YouTube hochladet.

Es sollten aber auch immer diejenigen Nutzer berücksichtigt werden, die von einem Smartphone aus auf die Homepage zugreifen. Nicht jeder von ihnen verfügt über eine Datenflatrate. Dies bedeutet, dass Video- und Audio-Streams auf keinen Fall automatisch mit der Wiedergabe beginnen sollten, und Bilder nur in der Auflösung auf der Homepage veröffentlicht werden sollten, in der sie auf der Homepage tatsächlich auch erscheinen. Mit kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammen wie zum Beispiel GIMP lassen sich Bilder mühelos herunterskalieren.


Fernec Nagy Erstellt von:
Ferenc Nagy
Homepage-Experte
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